Tom Jonasse

Soziale Medien beeinflussen unsere sozialen Fähigkeiten

Verkümmert die direkte Kommunikation durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten?
Vor erst 11 Jahren kam das iPhone in der Schweiz zum Verkauf und hat seither unser Verhältnis zu unserem Telefon grundsätzlich verändert. Heute hat fast jedermann/frau ein Smartphone und dieses ist ständig zur Hand. Wir sind immer online (oder haben die Möglichkeit dazu), heute werden Whatsapp, Instagram und ähnliche Apps auch in den unmöglichsten Situationen genutzt - in Meetings, beim Essen mit Freunden/ Familie, ja sogar im Auto.
Die neuen Tools, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben und zu kommunizieren sind clevere, kleine Programme, die uns beeinflussen und zum Teil sogar süchtig machen. "Ich hab's aber im Griff", wird nun die eine oder der andere denken. Das mag sein, aber es geht um eine Entwicklung, die viele in unserer Gesellschaft betreffen und deshalb auch indirekt auf uns alle wirken.
"Ich schreibe lieber kurz als zu reden"
("I'd rather text than talk")
TED Talk "Connected, but alone?", Sherry Turkle)
In einem spannenden TED-Talk zum Thema "Connected but Alone" erzählt Sherry Turkle, wie sie einmal von einem Jugendlichen wissen wollte, was denn falsch sei mit "having a face-to-face conversation". Die Antwort kam prompt: "Gespräche finden in Echtzeit statt und man hat keine Kontrolle über den Ausgang und die Richtung des Gesprächs. Hingegen können wir uns bei der virtuellen Kommunikation via Whatsapp, E-Mail oder beim Posten so präsentieren, wie wir gerne wären. Man hat Zeit lustig oder sogar eloquent zu sein, und man hat die Kontrolle über das Gespräch. Im schlimmsten Fall kann man auch editieren, korrigieren oder sogar löschen - oder einfach nicht antworten". In Echtzeit alles sehr schwierig, oder?
"Zusammen sein, ohne zusammen zu sein"
("Being together while not being together")
TED Talk "Connected, but alone?", Sherry Turkle

Das Bild beschreibt das TED-Zitat perfekt. Und ihr alle kennt solche Situationen - in Restaurants, im ÖV, am Esstisch und vielen weiteren. Man ist zusammen mit Freunden, Familie oder auch fremden Leuten. Statt eine Konversation zu führen, lassen wir uns immer ablenken und schauen kurz, was in der "grossen" Welt sonst noch los ist.

Wir sind gut (digital) vernetzt und trotzdem fühlen wir uns einsam. Wir leben zum Teil die Illusion der Gemeinsamkeit, aber ohne die Verpflichtungen von Freundschaften. Hauptsache, wir können die Situation bequem kontrollieren.
"Wir sind einsam, aber wir haben Angst vor Intimität und vor Ablehnung"
("We're lonely but we're afraid of intimacy and fear rejection")
TED Talk "Connected, but alone?", Sherry Turkle
Gehen euch die Facebooks, Instagrams, Tinders dieser Welt nicht auch immer wieder auf die Nerven und ihr verzichtet temporär auf die Nutzung? Welches Bedürfnis wird wirklich gestillt? Und trotzdem gehen wir immer wieder schauen, hocken im Zug und checken Stories & Posts, swipen links und auch mal rechts…

Eines haben diese digitalen Gratis-Dienstleistungen alle gemeinsam - die meisten von uns sind sich dessen gar nicht bewusst - sie alle wetteifern um unsere Zeit!

Netflix hat herausgefunden, dass sie uns im Schnitt 18 Minuten weniger schlafen lassen! Ihr lest richtig… wir verzichten auf unseren Schlaf für täglich knapp 20' mehr Action in unseren Leben. Auf den smarten Phones kann man mittlerweile selber checken, wieviel Minuten des Tages man an die "Social Media"-Giganten spendet. Schon mal geschaut?
Probiert mal, weniger eurer Zeit an die Tech-Giganten zu spenden, welche bares Geld aus dieser Zeit herausziehen und übt stattdessen eure sozialen Skills mit mehr "Face-to-Face"-Interaktion. Auch mal mit jemandem, der Gegenüber im Zug, Büro oder Café sitzt.

Wir sind überzeugt, dass eine bewusste Auseinandersetzung mit den sozialen Medien auch dazu führen wird, dass wir mit diesen neuen Tools besser lernen umzugehen. Mit MEET bieten wir ein einfaches Tool an, dass Menschen wieder vermehrt "Face-to-Face"-Interaktion haben lässt. Unsere Vision ist, dass wir eine echte soziale Lösung anbieten, welche Leute im richtigen Leben zusammenführt und die soziale Interaktion fördert.

Nur so wird auch unser Kommunikationsverhalten wieder persönlicher und auf das Gegenüber konzentriert. Zwar hat man nicht immer den vollen Einfluss auf den Ausgang des Gesprächs, aber das macht das Leben dafür ein wenig spannender.
Geschrieben von Tom
Publiziert am 6. Oktober 2019
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